Egal in welchem Beruf man heute tätig ist, ohne Bildschirmarbeit kommt man fast nirgends aus. Viele sitzen den ganzen Tag hinter dem PC oder Laptop. Dieser Trend ist nicht neu, schon seit Jahrzehnten verlagert sich die Arbeitswelt immer mehr auf digitale Medien. Auftragsbücher, Lieferscheine, Rechnungen, Marketing – alles läuft über den Computer ab. Doch die ständige Arbeit am PC hat Auswirkungen auf die Gesundheit jedes einzelnen. Nicht umsonst hat fast jeder schon das Sprichwort „Sitzen ist das neue Rauchen“ gehört. Darunter versteht man die Nachteile, die Bildschirmarbeit für den Körper mit sich bringt. Es kommt nicht nur zu Schulterverspannungen und Rückenschmerzen, auch die Augen werden vermehrt in Mitleidenschaft gezogen.

Warum ist Bildschirmarbeit für das Auge so anstrengend?

Im Alltag wechselt man den Blick ständig zwischen Objekten in der Ferne und in der Nähe. Das Auge muss immer wieder neu fokussieren und Bilder auf der Netzhaut abbilden. Wenn man den ganzen Tag am Computer verbringt, ist fast ausschließlich Nahsicht gefragt. Für den permanenten Wechsel des Fokus ist der Ziliarmuskel im Auge zuständig. Dieser umschließt das Auge in Form eines Rings. Um Dinge in der Nähe scharf sehen zu können, muss genau dieser Muskel angespannt werden. An einem durchschnittlichen Arbeitstag im Büro blickt man rund 30.000 Mal zwischen dem Bildschirm, der Maus, der Tastatur und Unterlagen am Schreibtisch hin und her. All diese Objekte befinden sich allerdings in der Nähe. Der Ziliarmuskel muss also die ganze Zeit angespannt bleiben, damit man die Buchstaben am Bildschirm und in den Dokumenten um sich klar erkennen kann. Bei fortschreitendem Alter nimmt die Kraft dieses Muskels zusätzlich ab. Das ist mit ein Grund warum viele ältere Personen eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Blickt man tagsüber nie in die Ferne, sondern immer nur auf den Bildschirm und den Schreibtisch, besteht die Möglichkeit, dass sich das Auge permanent auf diese geringe Entfernung einstellt. Man beginnt, in der Ferne plötzlich unscharf zu sehen.

Welche Augenbeschwerden sind auf Bildschirmarbeit zurückzuführen?

Im Fachjargon hat sich der Begriff „Office Eye Syndrom“ etabliert. Darunter versteht man das Austrocknen des Auges durch Bildschirmarbeit. Verursacht werden diese Beschwerden dadurch, dass man während der Tätigkeit am Computer deutlich seltener blinzelt als im Alltag zu Hause. Pro Minute schließt man im Normalfall 10 bis 15 Mal die Augen, fokussiert man allerdings einen Bildschirm, ist diese Rate deutlich herabgesetzt. Bei manchen Menschen erfolgt der Lidschlag bei Bildschirmarbeit nur mehr 5 Mal pro Minute. Das Blinzeln hat jedoch eine sehr wichtige Funktion für das Auge: nämlich die gleichmäßige Verteilung von Flüssigkeit. Abhilfe für zu trockene Augen im Büro schaffen Augentropfen, die dabei helfen das Auge zu befeuchten. Außerdem klagen Menschen, die viel Zeit hinter dem PC oder Laptop verbringen, häufig über folgende Beschwerden:

  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Brennen und Jucken
  • Gerötete Augen
  • Verschwommene Sicht
  • Lichtempfindlichkeit

Ein häufiges Problem permanenter Bildschirmarbeit sind auch Schmerzen. Der Kopf dröhnt, ohne dass es eine erklärbare Ursache dafür gibt. Wenn eines oder mehrerer dieser Symptome über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen, sollte man dringend einen Augenarzt aufsuchen. Mit einer passenden Brille oder Kontaktlinsen kann Fehlsichtigkeit behoben werden und viele Beschwerden verschwinden von alleine. Wer sich für farbige Kontaktlinsen entscheidet, kann sein Aussehen noch dazu individuell verändern.

Tipps für den Alltag

Es gibt einige Maßnahmen, die dem Auge zwischendurch Erholung verschaffen. Dazu zählt zum Beispiel das bewusste Fokussieren in der Ferne. Man sollte bei der Arbeit am Laptop oder PC immer wieder aufblicken und aus dem Fenster sehen. Dabei muss das Auge zwischen Nah- und Fernsicht wechseln und der überanstrenge Ziliarmuskel kann sich zumindest kurzfristig entspannen.  Auch regelmäßiges Blinzeln verschafft Erleichterung. Noch dazu kommen einige Übungen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Man kann zum Beispiel die Augen schließen und sie für einige Sekunden mit den Handflächen abdecken. Dabei atmet man ganz ruhig und entspannt sich so gut es geht. Nach 20 bis 30 Sekunden werden die Hände wieder entfernt und man öffnet langsam die Augen wieder. Die Übung „liegende Acht“ schont nicht nur die Augen, sondern löst auch Nackenverspannungen auf sanfte Weise. Dabei führt man bei geschlossenen Augen die Nasenspitze in Form einer liegenden Acht. Dabei kann man zwischen kleinen und größeren Bewegungen wechseln. Gut tut darüber hinaus eine Augenrandmassage. Dabei Massiert man von der Nasenwurzel sanft mit den Fingern über die Augenränder. Wichtig ist auch, im stressigen Arbeitsalltag zwischendurch für Pausen zu sorgen. Frische Luft tut Körper und Geist und ganz besonders den Augen gut. Auch auf das Trinken sollte man während des Arbeitstags nicht vergessen Sollte man Kleingedrucktes nicht mehr gut erkennen können oder trotz Entspannungstechniken immer wieder unter Augenbeschwerden leiden, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Für Menschen, die am Bildschirm arbeiten, ist auch eine jährliche Kontrolle zu empfehlen, wenn man nicht bereits an Beschwerden leidet.

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