Das kontinuierliche und systematische Qualitätsmanagement gewinnt im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Es handelt sich dabei um eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin, in der nationale und internationale Fachorganisationen Standards und Verfahren etablieren. Je nach Branche greifen unterschiedliche Vorgaben.

Die betroffenen Unternehmen in der Gesundheitsbranche sehen sich der Herausforderung ausgesetzt, die gültigen Richtlinien und Standards einzuhalten. Krankenkassen und andere Kundengruppen setzen entsprechende Zertifizierungen voraus. Fehlen einem Unternehmen aus dem Gesundheitssektor die benötigten Zertifikate, schließen Kostenträger dieses als Kunden womöglich von vornherein aus. Um das Qualitätsmanagement zielgerichtet und kosteneffizient zu realisieren, empfiehlt sich der Einsatz von geeigneten Prozessmanagement-Tools.

Implementierung des Qualitätsmanagements als Herausforderung

Unternehmen, die im Bereich des Gesundheitswesens agieren, stehen vor der Aufgabe, gültige Qualitätsstandards zu gewährleisten. Das erfolgt durch die Implementierung geeigneter Maßnahmen. Letzteres wiederum liegt in der Verantwortung von kompetenten, entsprechend geschulten Experten. Es handelt sich um eine durchaus herausfordernde und dynamische Aufgabe. Im Anschluss an die eigentliche Zertifizierung gilt es, die etablierten Standards weiterhin einzuhalten und zugleich neue Qualitätskriterien zu berücksichtigen.

Bedeutung der Qualitätssicherung nimmt in Österreich kontinuierlich zu

Seit den 90er-Jahren unternimmt die Gesundheitspolitik Anstrengungen, um die Qualitätsarbeit im österreichischen Gesundheitswesen zu optimieren. In Kooperation mit den relevanten Partnern erarbeitet die Politik Regelungen, Verordnungen und Gesetze mit qualitätsbezogenen Inhalten. Daraus resultieren unter anderem Dokumentationspflichten oder Vorgaben für die Qualität von Medikamenten.

Dabei beschränkt sich das Qualitätsmanagement schon lange nicht mehr nur auf Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen. So rückt beispielsweise die Qualitätsarbeit im niedergelassenen Bereich in den Fokus. Die Österreichische Ärztekammer verabschiedet im Rhythmus von fünf Jahren eine neue Qualitätssicherungs-Verordnung für niedergelassene Ärzte und Ärztinnen. Der Österreichischen Gesellschaft für Qualitätssicherung & Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH (kurz ÖQMed) obliegt die Abwicklung der Qualitätssicherung.

Qualitätsmanagement: Eckpfeiler der Gesundheitsreform

Mit der Gesundheitsreform aus dem Jahr 2005 vollzog der Bund einen wichtigen Schritt im Hinblick auf die Thematik des Qualitätsmanagements. Das Gesetz definiert die nachfolgend genannten Grundprinzipien:

  • Patientenorientierung,
  • Effizienz,
  • Effektivität und Sicherheit für den Patienten,
  • Transparenz.

Besagtes Gesetz bildet die Basis, um bundesweit einheitlich Vorgaben für Gesundheitsleistungen zu veröffentlichen und zu realisieren. In den Geltungsbereich fallen sämtliche Sektoren, welche die Gesundheitsbranche tangieren. 2013 folgte eine weitere Gesundheitsreform mit neuen Inhalten bezüglich der Messung und der Verbesserung der Qualität. Letztere schreibt beispielsweise für alle Anbieter von Gesundheitsleistungen eine Teilnahmepflicht an der Ergebnisqualitätsmessung vor.

Einhaltung von Qualitätsstandards als Voraussetzung für Unternehmenserfolg

Die betroffenen Unternehmen im Gesundheitswesen stehen vor der Pflicht, die zunehmend relevanten Vorgaben mit geeigneten Maßnahmen umzusetzen. Spezielle Einrichtungen zertifizieren im Rahmen von Audits die Einhaltung der Qualitätsstandards. Fehlen derartige Zertifikate, gehen wichtige Kunden verloren. Folglich stellt das effektive und effiziente Qualitätsmanagement eine Grundvoraussetzung für den Erfolg im Gesundheitswesen dar.

Mögliche Weiterbildungen im Qualitätsmanagement

Die Einführung und die Erhaltung von Qualitätsstandards im Unternehmen erfordert fach- und prozessspezifisches Wissen. Zunächst einmal setzt das Vorhaben kompetentes Personal voraus. Hierfür bedarf es Experten mit geeigneten Qualifikationen und Weiterbildungen. Organisationen wie die TÜV Austria Akademie bieten entsprechende Schulungen und Kurse an. Sie bilden beispielsweise zum zertifizierten Qualitätsbeauftragten oder zum Qualitätsauditor im Gesundheitswesen aus. Alternativ besteht die Möglichkeit, in einer umfassenden Komplettausbildung den Titel des zertifizierten Qualitätsmanagers im Gesundheitswesen zu erwerben.

Charakteristika eines erfolgreichen Qualitätsmanagementsystems

Neben dem Personal gehören die richtigen Prozesse und Abläufe zum Erfolgsfaktor im Qualitätsmanagement. Die Realisierung der zu ergreifenden Maßnahmen für die Sicherung der Qualität erfolgt im Rahmen eines implementierten Qualitätsmanagementsystems. Ein wirksames Managementsystem zeichnet sich durch mehrere Kriterien aus. Dazu gehört zunächst eine klare Definition der Unternehmensstrategie und der zugrunde liegenden Ziele. Diese leiten sich aus den gültigen Vorgaben für das Gesundheitswesen ab. Im Anschluss legen die Verantwortlichen effiziente und vor allem transparente Prozesse zur Erreichung der Zielvorgaben fest. Im Sinne der Prozesskontrolle bedarf es messbarer Kriterien zur Evaluation der Ergebnisse. Zuletzt strebt ein erfolgreiches Qualitätsmanagement stets die kontinuierliche Verbesserung an.

Die Konzeption und Einführung eines solchen Qualitätsmanagementsystems erweist sich insbesondere für kleine Unternehmen mit beschränkten finanziellen Budgets zunächst als eine große Herausforderung. Bleibt der Erfolg von den ergriffenen Maßnahmen und den getätigten Investitionen aus, drohen immense negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Um das zu verhindern, empfiehlt sich neben einer systematischen Herangehensweise auch die Unterstützung durch geeignete Software.

Empfehlung: Unterstützung des Qualitätsmanagements durch geeignete Software

Derartige Tools erleichtern die Planung, Koordination und Abwicklung der anfallenden Prozesse. Sie beinhalten die erforderlichen Werkzeuge und Methoden, um die Abläufe des Qualitätsmanagements zu modellieren und zu kommunizieren. Darüber hinaus erlauben entsprechende Lösungen die Messung der Ergebnisse und die Verbesserung der einzelnen Prozesse. Insbesondere bei komplexen Abläufen spielt die Software-Unterstützung ihre Stärken aus. Der Anwender profitiert von einer einfachen und übersichtlichen Handhabung der vielschichtigen Prozesslandschaft.

Der Funktionsumfang von einer Software für das Qualitätsmanagement richtet sich an den gültigen DIN-ISO-Normen aus. Relevanz besitzt hierbei insbesondere die aktuelle ISO-Norm 9001:2015. So unterstützt ein gutes Tool die verlangte Risikointegration. Das bedeutet: Die Funktionen ermöglichen es, Risiken und zugehörige Maßnahmen und Kontrollen in Bezug zu den jeweiligen Prozessen zu dokumentieren.

Verfügt das Unternehmen über mehrere Standorte, erweist sich der Einsatz einer einheitlichen Software ebenfalls als vorteilhaft. Das gemeinsame System verschafft den Verantwortlichen an den unterschiedlichen Orten stets einen Überblick über den momentanen Qualitätsstand. Zusätzlich verfügen die entsprechenden Tools über ein leistungsstarkes Berichtwesen. Es erlaubt das Monitoring der ergriffenen Maßnahmen.

Dementsprechend erleichtert der Einsatz einer Software für das Qualitätsmanagement die Planung und Realisierung der erforderlichen Maßnahmen. Die Modellierung von Prozessen, die Kontrolle der Fortschritte und die Dokumentation von Normen und Maßnahmen sprechen für einen effizienten und optimierten Ablauf. Dadurch stehen Aufwand und Ertrag in einem rentablen Verhältnis. Vor allem kleinere Unternehmen mit begrenzten Budgets profitieren von der vereinfachten Umsetzung der Vorgaben und Standards.

Vorteile eines funktionierenden Qualitätsmanagements

Die Einhaltung der Qualitätsnormen gewährleistet die Zertifizierung durch eine autorisierte Einrichtung. Die Zertifikate stellen wiederum die Voraussetzung dar, um im Gesundheitswesen für Krankenkassen oder vergleichbare Kunden attraktiv zu bleiben. Darüber hinaus fungieren die Zertifizierungen nicht nur als Signal. Die erforderlichen Maßnahmen wirken sich vielfältig auf den Unternehmenserfolg aus.

Das zertifizierte Qualitätsmanagement bei niedergelassenen Ärzten bewirkt eine Optimierung der Praxisprozesse. Dementsprechend stellt sich höhere Zufriedenheit bei den beteiligten Personen und eine verbesserte Wirtschaftlichkeit ein. Steht der Service im Betrieb im Fokus, wirkt sich das Qualitätsmanagement positiv auf die Haltung der Kunden aus. In einem Sanitätshaus oder in einer Apotheke führen Qualitätsstandards zu einer besseren Kundenorientierung. Das bindet die Käufer an die Einrichtung. Die Mitarbeiter profitieren ebenfalls von klar definierten Prozessen und Abläufen. Die eindeutigen Strukturen wirken entlastend und schaffen freie Kapazitäten. Dadurch kommt es neben der erhöhten Kundenzufriedenheit zu einer verbesserten Effizienz im Unternehmen. Letzteres geht stets mit einer Reduktion der Kosten einher.